Back to the 90s

Back to the 90s

Back to the 90s – Warum wir unseren Alltag bewusst entschleunigen

Wir haben uns entschieden, in einigen Bereichen unseres Familienalltags wieder ein Stück zurück in die 90er zu gehen.
Was heisst das genau?

Mein Mann und ich beobachten zunehmend, wie stark digitale Medien Kinder beeinflussen. Wir sind nicht grundsätzlich gegen Technik oder Innovation, aber wir möchten hinterfragen, ob es wirklich sinnvoll ist, dass Bildschirme in jeder Lebenslage präsent sind.

Immer mehr Studien zeigen, wie belastend Bildschirmzeit für Kinder sein kann. Das ist nichts Neues – aber dieses Wochenende wurde es uns wieder sehr deutlich vor Augen geführt.


Ein Schockmoment im Hotel

Wir haben dieses Wochenende einen Ausflug gemacht und im Hotel durften die Kinder eine halbe Stunde fernsehen. Eigentlich harmlos – dachte ich. Doch ich war ehrlich gesagt schockiert:

Die Kindersendungen haben kaum noch etwas mit den ruhigen, liebevollen Märchen unserer eigenen Kindheit zu tun. Stattdessen: rasender Bildwechsel, Neonfarben, Piepsstimmen, permanenter Lärm und Musik.
Sogar ich war komplett überfordert.

Kurz darauf sass ich mit einer Freundin zusammen, die Primarlehrerin ist. Sie erzählte mir, dass die Mehrheit ihrer Schülerinnen und Schüler massiv überreizt ist – viele mit mehreren Stunden Bildschirmzeit täglich. Die Kinder können das Dopamin kaum regulieren und brauchen ständig sofortige Bestätigung. Konzentration fällt schwer. Ruhehalten fällt schwer. Sich vertiefen fällt schwer.

Gleichzeitig nehmen die physischen Fähigkeiten ab: Kinder, die keinen Purzelbaum mehr schaffen oder Mühe mit Treppensteigen haben.

Das hat mich tief beschäftigt.
Was bedeutet das für die Gesundheit unserer Kinder?
Und für ihre Zukunft?


Warum sollten Kinder etwas beherrschen, womit selbst Erwachsene kämpfen?

Viele Erwachsene hängen selbst dauernd am Handy – oft unbewusst. Warum erwarten wir dann, dass kleine Kinder besser damit umgehen können als wir?

Auch der soziale Vergleich auf Social Media ist für uns Erwachsene schon schwierig genug. Umso wichtiger ist es, dass Kinder zuerst ein stabiles Selbstvertrauen entwickeln, bevor sie in diese Welt eintauchen.

Und dann gibt es noch die weniger wohlwollenden Ecken des Internets…


Unsere Entscheidung

Nach einem Gespräch meinte mein Mann: „Wie glücklich können wir eigentlich sein, dass wir ohne all das aufgewachsen sind?“
Das hat es auf den Punkt gebracht.

Darum haben wir für unseren Haushalt einige Änderungen beschlossen – vieles machen wir schon länger so, aber nun noch bewusster.


Was wir weglassen

1. Der Fernseher kommt weg.

Das tut allen gut – und spart noch ein Abo. Wir haben schon viele Jahre kein Fernsehabo mehr. Wenn wir wirklich etwas schauen wollen, gibt es online genug Möglichkeiten. Aber dann ganz bewusst und nicht „nebenbei“.

2. Keine Handyzeit für die Kinder.

Unsere Handys sind keine Spielsachen. Punkt.
Auch im Restaurant nicht. Dann nehmen wir lieber Malstifte oder Bücher mit.

3. Keine Smart Devices.

Keine Apple Watch, kein iPad, keine Kinder-Tablets.
Unsere Kinder brauchen das nicht – und vermissen es auch nicht.


Was wir stattdessen machen

1. Wir gehen auf den Spielplatz.

Klettern, rennen, rutschen – alles, was Motorik, Balance und Kraft stärkt.

2. Wir gehen in die Natur.

Im Wald sammeln wir Blätter, Kastanien oder Tannenzapfen zum Basteln.
Am See spazieren wir oft und am Wochenende gehen wir wandern – auch wenn wir am Ende meistens jemanden tragen müssen. 😄

3. Playdates mit anderen Kindern.

Sind ein paar Kinder zusammen, spielen sie fast immer ganz von selbst.

4. Wir gehen schwimmen.

Im Sommer am liebsten im See. Dann packe ich manchmal sogar das Abendessen ein und wir essen am Wasser – kleine Momente, die sich wie Mini-Ferien anfühlen.

5. Wir basteln.

Knete, Salzteig, Malen – es gibt unendlich viele Ideen.

6. Wir kochen zusammen.

Schon die Kleinen können Teig kneten oder Gemüse schälen. Sie lieben es.

7. Wir turnen zusammen.

Wir haben ein süsses Kinder-Yoga-Buch. Das tut auch mir gut – ein bisschen Bewegung schadet nie. 😄

 

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